Von Elmar Fleisch und Reto Eugster 

Nicht in allen Konfliktsituationen ist Mediation das Lösungsverfahren erster Wahl. Um die Möglichkeiten einer Mediation einschätzen zu können, sind die folgenden sieben Grundsätze der Mediation zu beachten:

1. Mediation ist nur möglich, wenn die Beteiligten zur Konfliktaneignung bereit sind, zu einem oft aufwändigen Prozess. Jede Konfliktaneignung beginnt mit der Konfliktanerkennung: “Wir sind uns einig, dass wir uneinig sind.”

2. Mediation setzt voraus, dass ein gemeinsamer Kern von Interessen erkennbar ist (z. B. das Kindeswohl, die Einsparung von Prozesskosten usw.).

3. Mediative Verfahren rücken die Interessen hinter den erstarrten Streitpositionen in den Mittelpunkt. Dadurch werden neue Optionen gewonnen.

4. Fördernd wirkt sich die Einnahme einer Zukunftsperspektive aus, welche die Vergangenheitsoptik der Beteiligten relativiert: Vorwürfe werden zu Wünschen.

5. Mediation setzt voraus, dass nach und nach eine gemeinsame Sprache gebildet wird. Oft kommen in Streitsituationen auch unterschiedliche Konfliktkulturen zum Tragen.

6. Der Mediator ist neutral im Sinne von allparteilich. Es kommt ihm keine Entscheidungskompetenz zu.

7. Während des mediativen Verfahrens müssen rechtliche Auseinandersetzungen ausgeschlossen werden.